TK1 Teleskope – Eine echte Alternative zur Modellgussprothese

Titel

Steigende ästhetische, funktionelle und finanzielle Ansprüche seitens der Patienten zwingen den Behandler, sich nach alternativen hochwertigen Lösungen um zu schauen. Auf der Suche nach besserem Zahnersatz als ihn die NHS ermöglicht, werden in GB verstärkt Privatleistungen in Anspruch genommen. Der folgende Artikel zeigt einen Patientenfall, der mit Hilfe von TK1 Teleskopen in enger Zusammenarbeit mit meinem deutschen Meisterlabor gelöst wurde.

Die Teleskoptechnik ist beileibe nicht neu. Tatsächlich habe ich schon vor über 25 Jahren versucht Teleskope einzusetzen, aber teils aus Gründen der restriktiven NHS Kontrakte, teils aufgrund der sehr hohen Kosten aufgegeben.

Der Hauptgrund war allerdings, dass britischen Labore für Frästechnik nicht ausgerüstet sind, und so die nötige Präzision/Qualität nicht erzielen können. Teleskope, Geschiebe usw. sind nicht Ausbildungsbestandteil britischer Zahntechniker.

Schon seit Jahrzehnten gehören die Teleskopkronen zum Standardangebot deutscher Labore. Nicht umsonst spricht man bei uns in GB von der  “German Crown Technique.“ Auf einem unserer Seminare  habe ich schließlich ein Dentallabor in Deutschland kennengelernt, das schon seit geraumer Zeit in Großbritannien schwerpunktmäßig Frästechnik anbietet.

Fallbeschreibung:

Der 69 jährige Patient kam zu uns in die Praxis mit einer insuffizienten Versorgung des Oberkiefers. Er besaß zahlreiche Kronen und Brücken unterschiedlicher Zahnfarbe kombiniert mit einer partiellen Kunststoffprothese mit einfachen gebogenen Klammern. Der Patient hatte offensichtlich so einige unerfreulichen Erfahrungen bezüglich seines Zahnersatzes gemacht. Die grossen Probleme beim Essen belasteten ihn am meisten. Nach eigenen Auskünften sei er mit seinem Ersatz niemals wirklich zufrieden gewesen.
Infolge fehlender distaler Abstützung durch Verlust der Seitenzähne in den letzten Jahren und daraus folgender Fehlbelastung war auch der Frontzahnbereich geschädigt. Die große Frontzahnbrücke hatte sich schon mehrfach gelöst. Der Zahn 13 war bereits wurzelbehandelt und mit einem gegossenem Stiftaufbau versorgt worden.

Aktuelle Situation

Fig.:1 Aktuelle Situation

Die Seitenzahnbrücke links sei erst kürzlich getrennt worden als der mesiale Pfeilerzahn 14 entfernt werden musste. Dadurch mutierte das Brückenglied Regio 16 zum „Anhänger“. Aktuell wies Molar 26 im Bereich der Trifurkation eine heftige Entzündung auf.

Auf den ersten Blick sehen die oberen Brücken nach 20 Jahren recht ansprechend aus. Darunter allerdings sah es leider anders aus:

Fig.: 2 Auf den ersten Blick sehen die oberen Brücken nach 20 Jahren recht ansprechend aus… Darunter allerdings sah es leider anders aus:

Röntgenaufnahmen der insuffizienten Brücken im Oberkiefer.

Fig.: 3 Röntgenaufnahmen der insuffizienten Brücken im Oberkiefer.

Fig.: 4 Auch der Unterkiefer sieht einer umfassenden Behandlung entgegen

Fig.: 4 Auch der Unterkiefer sieht einer umfassenden Behandlung entgegen

Im Patientengespräch

wurden alle möglichen Lösungen angesprochen. U.a. partielle Kunststoffprothese, Brücken und Implantate.

Natürlich sind Klammerprothesen der einfachste und preiswerteste Weg fehlende Zähne zu ersetzen. Alles was man braucht sind Abformungen und eine Bissregistrierung. Das Labor fertigt den Ersatz in kürzester Zeit.  In diesem Falle sollte der Ersatz auf jeden Fall unsichtbar und möglichst gaumenfrei sein, womit sich die obere Lösung selbst disqualifizierte.  Eine Implantatversorgung war denkbar, wurde aber aus verschieden Gründen vom Patienten abgelehnt: Diese erfordert eine langwierige ( üblicherweise 4-6 Monate), komplexe und invasive Behandlung, mit anschliessender intensiver Zahnpflege. Fehlendes Knochenmaterial hätte zu Kompromissen bei der Implantatversorgung geführt. Die entstehenden Kosten stellen das obere Ende der Preisskala dar. Eine festsitzende Brücke bot aufgrund zu geringer Pfeilerzahl bei gleichzeitig ungünstiger Verteilung, (beidseitiges Freiende) keine erfolgversprechende Alternative.

Die beste Lösung war in diesem Falle eine teleskopgetragene Prothese, in Form einer herausnehmbaren Brücke. Damit konnten alle fehlenden Zähne ersetzt werden. Durch Extension der Freiendsättel wurde eine größere Stützfläche erreicht, während der Gaumenbereich frei gehalten werden konnte.


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