TK1 Teleskope – Eine echte Alternative zur Modellgussprothese

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Diese Lösung war wesentlich preiswerter als eine adäquate Implantatversorgung, bedingt einen vergleichsweise kleinen Eingriff verbunden mit kürzerer Behandlungszeit. Gestaltet in der Form einer Brücke wird das Fremdkörpergefühl beim Patienten auf ein Minimum reduziert. Entscheidend für mich als Behandler ist, dass der Ersatz herausnehmbar, und bei Bedarf einfach und kostengünstig zu erweitern ist.

Die Behandlung

In der ersten recht langen Sitzung wurden die insuffizienten Brücken entfernt und die Pfeilerzähne behandelt. Dies beinhaltete die Versorgung des oberen rechten Dreiers mit einer Wurzelfüllung und Entfernung der mesialen Wurzel 16, während die distale und palatinale Wurzel als Pfeiler erhalten blieben.
In Absprache mit dem Labor in Deutschland war eine Behandlungsdauer inklusive aller erforderlichen Anproben von ca. 5 Wochen ab Präparation geplant.

Tk1 eine kosteneffektive Alternative zu Teleskopen aus Goldlegierungen.

Bei einer klassischen Teleskopversorgung werden sowohl das Primärteil, als auch das Sekundärteil aus Goldlegierungen gefertigt, diese wiederum mit goldhaltigem Lot mit dem Modellguss verbunden. Die nötige Friktion, die der Prothese Halt verleiht, basiert auf den Materialeigenschaften der verwendeten Goldlegierung.

Allein die anfallenden Legierungskosten stellen heute einen hohen Anteil an der Laborrechnung dar.
Beisp.: (ca. 40.00-45,00 € /g bei 4g/Teleskopeinheit = 20g bei 5 Teleskopen ca. 800,00- 850,00 €)
Die Wahl fiel deshalb auf eine goldfreie NEM Konstruktion mit aktivierbaren Teleskopen. Durch Wegfall der Gold- und Lotkosten werden die Laborkosten deutlich reduziert.

Da aus materialtechnischen Gründen eine echte Friktion mit NEM Legierungen nur sehr schwer bis gar nicht zu erreichen ist, wurde vor einigen Jahren bereits das TK1 Element entwickelt.

Durch Verwendung einer einzigen Legierung für die gesamte Konstruktion ist der Techniker in der Lage das Modellgussgerüst zusammen mit den Sekundärteilen im sogenannten Einstückguß herzustellen. Fehleranfällige Metallverbindungen entfallen.
Die hohe Festigkeit von NEM ermöglicht zudem eine grazile Gerüstgestaltung. Für den erforderlichen Halt sorgen die TK1 Elemente in den Sekundärkronen.

Fig.: 5 Ausgangssituation nach Entfernen der alten Brücken. Hier wird deutlich, dass eine langfristige Versorgung ausschließlich mittels Brückentherapie nicht mehr zum Erfolg führen kann

Fig.: 5 Ausgangssituation nach Entfernen der alten Brücken. Hier wird deutlich, dass eine langfristige Versorgung ausschließlich mittels Brückentherapie nicht mehr zum Erfolg führen kann

Bei Planungsbeginn

Fig.: 6 Nach Präparation der Pfeilerzähne

Fig.: 6 Nach Präparation der Pfeilerzähne

Nach Präparation der Pfeilerzähne, Abformung und Anfertigung der Provisorischen Brücken zeigte sich, dass 12 eine zu starke Abweichung von der Gesamteinschubrichtung aufwies, weshalb dieser nicht ästhetisch in eine Teleskopversorgung einbezogen werden konnte.
Als Ausweg bot sich ein RS-Geschiebe an, ebenfalls distal unterstützt durch ein TK1 Element. Passend zu den Primärteleskopen wurde dieses nicht wie üblich mit 0° Fräswinkel, sondern ebenfalls mit 2° RS-Fräsung gefertigt.
Nach Ausheilung der Entzündung an 26 wurden zunächst mit DT-light Wurzelstiften die notwendigen Aufbauten gemacht.
Nach der Primärkronenanprobe mit anschließendem Überabdruck erfolgte die Wachsaufstellung im Labor.

Im zweiten Schritt erhielten wir eine Komplettanprobe. Die mit zahnfarbenem Wachs verblendeten Teleskopkronen vermittelten bereits jetzt einen guten Eindruck von der fertigen Arbeit. Der Patient war ebenfalls mit seinem Aussehen sehr zufrieden.
Die Gesamtanprobe lieferte ein harmonisches Bild und befand sich noch am gleichen Tag auf dem Rückweg nach Deutschland zur Fertigstellung.

Fig. 7: Grafische Darstellung der Funktionsweise

a.) Vor dem Duplieren. Der Platzhalter sollte spaltfrei an der Außenfläche des Teleskopes anliegen.
b) Auf dem Einbettmassenmodell wird der “Platzhalter komplett in die Modellation eingeschlossen.
c) Bei Fertigstellung wird das TK1 Element in die Öffnung eingesetzt
d) Die ersten Schraubendrehungen dienen der Fixation des Elements in der Aufnahme,
     weitere führen dann zur Aktivierung
Fig.: 8 Meistermodell mit gefrästen Primärteilen, nach Kroneneinprobe und Fixationsabdruck

Fig.: 8 Meistermodell mit gefrästen Primärteilen, nach
Kroneneinprobe und Fixationsabdruck

Fräswinkel

Fig.: 9 Gleiche Situation von oben zeigt deutlich den Fräswinkel von 2°

Fig.: 10 Ansicht des Einstückguss von basal;

Fig.: 10 Ansicht des Einstückguss von basal

Aufgesetzt auf Primärteile

Fig.: 11 Aufgesetzt auf Primärteile

Die nun folgende Fertigstellung bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärungen: Bonding des Gerüstes, Verblendung der Teleskope mit Composite, letztendlich die Umsetzung der Wachsmodellation in rosa Kunststoff. Erst nach erfolgter Politur werden die Tk1 Elemente eingesetzt und wie bereits erklärt auf fast Null Friktion eingestellt.

Der fertige Ersatz, als herausnehmbare Brücke

Fig.: 12 Der fertige Ersatz, als herausnehmbare Brücke

Endkontrolle

Fig.: 13 Endkontrolle

Fertige Arbeit auf dem Modell.

Fig.:14 Fertige Arbeit auf dem Modell.

Fig.: 15 Patientaufnahme nach zementieren der Primärteile auf 23, 26,

Fig.: 15 Patientaufnahme nach zementieren der Primärteile auf 23, 26,14, 13 und Einzelkrone auf 12 mit RS Fräsung

TIPP:Mehrere Schlingen aus Zahnseide beim Zementieren um den Ersatz geknotet erleichtern das Entfernen von überschüssigem Zement aus den Interdentalräumen.


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