Teleskoppropthetik anders betrachtet

Kombinierter Zahnersatz mit TK1 Teleskopen

Bei der Versorgung mit Teleskopprothetik gilt neben medizinischen Aspekten den folgenden Punkten erhöhte Aufmerksamkeit:

  • Design / Ästetik
  • Handhabung
  • Materialkosten
  • Service / Wartung
  • Langlebigkeit

Wird die klassische Teleskopprothese nach wie vor aus Goldlegierungen gefertigt, ist es aufgrund hoher Goldpreise schon lange an der Zeit, über andere Materialien nachzudenken. (Durchschnittliche Kostenersparnis bei vier Teleskopen ca. 700,00 € .)

Die TK1 Prothese

Aufgrund seiner Einstellbarkeit ist das Tk1 nicht auf das Vorhandensein einer exakt eingestellten Friktion zwischen Primär- und Sekundärteil angewiesen. (Doppelkronen)
Das TK1 genannte Fertigteil, wird wie unten beschrieben, bereits bei der Anfertigung in die Außenteleskope eingebaut.
Eingesetzt wird das Tk1 sowohl bei natürlichen Pfeilerzähnen, wie auch als Friktionslement bei herausnehmbarer, implantat-gestützter Versorgung

Einstückguss

Die Möglichkeit des Einstückgusses beschert dem Patienten einen lötstellenfreien Ersatz, der zudem durch die Verwendung von NE-Metallen um einiges günstiger werden kann. Eine Zeitersparnis von mehreren Tagen durch das Einstückgussverfahren kommt dem Wunsch nach kürzester Behandlungszeit sehr entgegen.

Design

Die hohen mechanischen Eigenschaften von NEM erlauben sehr filigrane Gerüstkonstruktionen. Bei entsprechendem Restzahnbestand lassen sich so Konstruktionen schaffen, die einer festsitzenden Brücke sehr ähnlich sind, jedoch herausnehmbar bleiben.
Dies stellt einen wichtigen Faktor bei der Gestaltung der Zahnfleischanteile dar.

Eingewöhnungsphase

Häufig werden Teleskoparbeiten in den ersten Tagen nach der Eingliederung im Labor unnötig „nachgebessert”, d.h.: die Friktion herabgesetzt, weil der Patient alleine nicht in der Lage ist die Prothese ein- bzw. auszugliedern.
Die Folge ist, dass die Friktion u.U. dann nicht ausreicht, wenn der Patient seinen Zahnersatz ” im Griff hat”.  Dann kann  die verloren gegangene  Friktion nicht fachgerecht wiederhergestellt werden.
Die TK1 Prothese schließt diese Probleme von Anfang an aus. Die Prothese wird zuerst mit eher lockerem Sitz vom Patienten getragen. In den folgenden Tagen bis zur Nachkontrolle hat der Patient ausreichend Zeit das Handling zu “üben”.  Erst im Rahmen der folgenden Nachuntersuchung wird dann jedes einzelne Teleskop auf seine Haftkraft überprüft und eingestellt. Dazu muss der Patient nicht einmal auf seinen Ersatz verzichten. Die Aktivierung geschieht direkt in der Praxis durch den Behandler. Ein Versand ins Labor ist somit unnötig. Gleiches gilt für das Auswechseln der Tk1 Elemente nach mehrern Jahren.
Ein weiterer Pluspunkt der Teleskopprothesen liegt in ihrer Langlebigkeit. In der Regel kann bei späterem Zahnverlust das verbleibende Sekundärteil mit Kunststoff aufgefüllt und dem Zahnfleischverlauf angepasst werden. Die Friktion wird dann den Erfordernissen entsprechend  auf die verbliebenen Pfeiler verteilt.

Einige Anwendungsbeispiele finden sie HIER


Anmerkungen
Frage: Wieviele Elemente sollten in einer Prothese verwendet werden?

Antwort: Prinzipiell sollten zwei Tk1 je Kiefer reichen. Das Tk1 benötigt zum Einbau eine freie mesiale oder distale Lücke. Bei vier benachbarten Teleskopen kommen so maximal zwei Tk1 zum Einsatz. Ich benutze jede verfügbare Möglichkeit den Einbau der Elemente vorzusehen. So wird bei späterem Zahnverlust vermieden, dass genau der eine Zahn im Quadranten entfernt wird, in dessen Außenteleskop das Tk1 verbaut ist. 

Frage: Kann man, da das Gerüst aus NEM besteht, die Außenteleskope verblenden?

Antwort: Durch den spannungslosen Sitz der Außenteleskope ist material-technisch eine keramische Verblendung durchaus denkbar.
Leider ist die Passung der Teleskope nach dem Ausstrahlen der Oxide unkalkulierbar.
Die sehr große Bruchgefahr durch Fallen lassen beim Reinigen des Ersatzes oder unabsichtliches Verwinden  sollte natürlich nicht verschwiegen werden.
-> Keramischer Totalschaden -> Neuverblendung aller Glieder! -> Verlust der Passung.

Frage: Welche speziellen Werkzeuge benötige ich in der Praxis?

Antwort: Außer einem kleinen Schraubendreher und einer Sonde wird kein weiteres Werkzeug benötigt.

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