Verrückte kleine Dinger….

Historie

In der Vergangenheit hat man Freiendsituationen mit (viel zu) kleinen herausnehmbaren Modellgussprothesen versorgt. Dabei wurden die endständigen (meistens) Prämolaren jeweils mit einer Doppelarmklammer umfasst, die dann ein kleines Stück Retention an seinem Platz hielt. Diese trug dann letztendlich die zu ersetzenden Zähne.

Spinne Spider Monoreduktor

fig 7 Sogenannte “Spinne” ca. 1965

DEF.:
Das deutschsprachige online Lexikon http://www.zahnwissen.de/ findet dazu folgendes:
Spinne, Klammerbrücke, engl.: unilateral removable (dental) prothesis, “spider”, “clasp bridge”; Trivialbezeichnung für eine kleine, nur einseitig und für wenige Zähne bestimmte Teilprothese
(kleinste Art einer Schaltprothese).
Diese nur selten anzutreffende Konstruktion gilt als contraindiziert, da die große Gefahr eines Verschluckens oder einer Verlegung der Atemwege (Aspiration) bei Fehlfunktion oder lockerem Sitz besteht.
auch als herausnehmbare Schaltbrücke anzutreffen.

Als Halteelemente an den Zähnen kommen sowohl Geschiebe, Teleskopkronen oder bei entsprechender Ausdehnung Klammern in Betracht.
Der Monoreduktor, ist bei richtiger Konstruktion ein guter und lange funktionsfähiger Zahnersatz, wenn er in regelmäßigen Abständen unterfüttert wird. Dadurch wird die bereits angesprochene übermäßige Hebelwirkung am Restgebiss vermieden.

Konstruktive Möglichkeiten

Unilaterale Freiend-Versorgungen mit Hilfe von feinmechanischen Bauteilen findet man in zwei Grundkonstruktionsweisen:

  • Variante 1 – RSS Lösung
    Versorgung der endständigen vorhandenen Zähnen mit verblockten metallkeramisch verblendeten Kronen (Primärverblockung),in die lingual je eine hufeisenförmige Umlauffräsung eingebracht wird, und somit die Ankoppelung an den Herausnehmbaren Part darstellt.

    Anmerkung: Bei schwierigen Platzverhältnissen Brückenglied als “Pontic” anhängen; die Belastung (Hebelarm) auf den Brückenpfeiler verändert sich dadurch nicht; die ästhetischen und konstruktiven Vorteile sind ein Gewinn für den gesamten Zahnersatz

    Vergleich Telekoplösung li. und Rs-Lösung re.

    fig 8 Vergleich Telekoplösung li. und Rs-Lösung re.

  • Variante 2 – Teleskoplösung
    Die zweite grundsätzliche Variante basiert auf der Versorgung mit Teleskopkronen,

    Diese sind in diesem Falle ebenfalls primär verblockt.
    Hier erfolgt die Ankopplung an die Pfeilerzähne mittels der ebenfalls verblockten Sekundärkronen, die üblicherweise mit Komposite verblendet sind.

Auswahl der entsprechenden Konstruktion

Welche der hier beschriebenen Varianten nun die beste Lösung darstellt, lässt sich nicht wirklich sagen, und hängt in großem Maße von den gegebenen medizinischen Situation ab.

Wir fertigen in der Mehrzahl Monoreduktoren in der RSS Variante.
Der Vorteil ist im Vorhandensein von zahnfarbenen Ankerzähnen durch die keramische Verblendung, und einem Erhalt der Okklusion der Pfeilerzähne bei ausgegliederter Prothese zu sehen. -> Wahrung der Bisshöhe.

Die Teleskopvariante liefert einen etwas besseren Kraftschluss, bei etwas leichterem Handling beim Eingliedern, benötigt aber aufgrund der Konstruktion mittel Primär und Sekundärteleskopen wesentlich mehr Platz. Dies erfordert mehr Substanzverlust bei der Präparation. Die Gefahr , das der fertige Monoreduktor zu klobig wird ist somit gegeben.
Als Verblendmaterial kommt hier Komposite zum Einsatz.

Bei ausgegliederter Prothese sind die Primärkronen als goldene Kappen besonders im Unterkiefer gut sichtbar.
Aus materialtechnischer Sicht geben wir der metallkeramischen Verblendung den Vorzug.
NOTE:
NEM (Non precious aloy) kann übrigens nicht zur Anfertigung der Pfeilerkronen verwendet werden, da die angussfähigen Hilfsteile (raste für den Riegel) die hohen Temperaturen während des Giessens nicht unbeschadet überstehen würden. (-> Kosten)

Vorteile:

  • Integriertes Geschiebe nimmt alle auftretenden Kräfte (besonders die transversalen) sehr gut auf erleichtert dem Patienten die Eingliederung.
  • Nur hochwertige Materialien (Degulor, HSL usw.) kommen zum Einsatz
  • Rastet automatisch in das Primarteil ein.
  • Löst sich automatisch durch einen kurzen Druck auf die Riegelachse
  • Kompaktes Gehäuse für schwierige Platzverhältnisse.
  • verstärkte Resorption des Alveolarkammes wird durch regelmäßige Unterfütterung vermieden
  • unter Beachtung der Indikationen und regelmäßiger halbjährlicher Kontrolle große Langlebigkeit und hoher Komfort für den Patienten
  • kaum Fremdkörpergefühl für den Patienten und schnelle Eingewöhnungsphase

Nachteile:

  • Verlangt ein gewisses Fingerspitzengefühl beim Eingliedern. Bei älteren Menschen zu beachten!
  • Bei Verlust eines Pfeilerzahns ist die Arbeit nicht mehr zu retten!
  • So auch: Nicht erweiterbar.
  • Sollte im Oberkiefer besonders gut gewartet werden, wenn der Sattel der Schwerkraft folgt


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